Flirt ohne dein Wissen – Wenn Dating-Plattformen automatisierte Nachrichten in deinem Namen versenden
Moderne Online-Dating-Webseiten bieten viele interessante, aber vor allem praktische Features an, darunter auch automatisierte Nachrichten. Sie werden mit ganz unterschiedlichen Begriffen beschrieben. Auf manchen Plattformen heißen sie Vorstellungsnachrichten, auf anderen Ice-Breaker und auf wieder anderen automatischer Flirt. Doch was hat es mit diesen Nachrichten auf sich? Denn wirft man einen Blick ins Internet, findet man durchaus viele Testberichte, Artikel und Blogeinträge, auf denen ausdrücklich gewarnt wird. Denn nicht alle Anbieter von Dating-Dienstleistungen sind vertrauenswürdig. Sie nutzen viele Tricks, um an das Geld von Kunden zu kommen – ein beliebter Trick sind automatisierte Nachrichten.
Die Gefahren im Internet sind allgemein vielfältig und für viele Nutzer oft nur schwer durchschaubar. Dass eine Webseite beispielsweise fiktive Profile für die Unterhaltung von Kunden einsetzt, klingt im ersten Augenblick auch nicht dramatisch. Allerdings bedeutet dieser Hinweis in der Regel, dass reale Treffen voll und ganz ausgeschlossen werden müssen. Ähnlich ist es mit automatisierten Nachrichten. Sie kommen unter anderem auf sehr guten Dating-Portalen zum Einsatz und machen den Prozess der Kontaktaufnahme zu einem Zuckerschlecken. Aber auf unseriösen Webseiten stimulieren sie ahnungslose Nutzer zu einem kostenpflichtigen Chat oder locken in eine Abofalle.
Du flirtest – ohne es zu wissen
Dass man als Kunde ein gewisses Maß an Vertrauenswürdigkeit beim Online-Dating sicherstellen kann, gibt es eigentlich nur ein effizientes Mittel. Natürlich kann man sich Tests und Vergleiche im Internet ansehen oder nach Erfahrungsberichten von ehemaligen Nutzern suchen. Das kann eine Hilfe sein und wird im späteren Verlauf noch weiter erläutert. Allerdings sind nur die rechtlichen Informationen einer Webseite die einzige seriöse Quelle für Sicherheit. Die AGB sind bindend, wenn sie dem Nutzer vor dem Vertragsabschluss explizit präsentiert werden, transparent sowie klar verständlich sind und selbstverständlich nicht gegen geltendes Recht verstoßen.
Somit kann geschlussfolgert werden, dass alle wichtigen Informationen, Rechte und Pflichten, sowohl für den Betreiber einer Dating-Seite als auch für den Kunden, in den AGB enthalten sein müssen. Um beim Themenschwerpunkt zu bleiben – in den AGB muss auch der Einsatz von automatisierten Nachrichten genannt werden. Mehr noch, alle Methoden und Ziele dieser Nachrichten müssen in den rechtlichen Informationen klar verständlich beschrieben werden. Sollten die AGB nicht einfach zu finden oder nicht vollständig sein, ist das bereits ein erstes Indiz, das gegen eine Webseite spricht.
Die AGB als wichtigste Informationsquelle

Wie bereits zuvor erwähnt, sind die AGB für den Betreiber und die Kunden bindend. Das macht sie zur wichtigsten Quelle für allerlei Informationen. Daher sollten sie in jedem Fall aufmerksam sowie vollständig gelesen werden. Denn viele Dating-Seiten werden mit großen Versprechungen beworben, doch diese müssen nicht immer der Wahrheit entsprechen. Zum Beispiel kann eine Plattform mit vielen attraktiven Matches im Mitgliederbereich werden. Dass diese Matches aber echt sein müssen, wird damit aber nicht ausgedrückt. Auf vielen Webseiten wird auch eine Kontakt-Garantie auf der Startseite erwähnt. Eine solche Garantie ist aber schnell mit gewieften Tricks erfüllt.
Denn dass ein Nutzer von einem anderen Profil kontaktiert wird, muss nicht gleich bedeuten, dass das Profil echt ist. Eine Nachricht, um die Kontakt-Garantie zu erfüllen, kann beispielsweise von einem Chat-Moderator oder Flirt-Bot stammen, der fiktive Profile betreibt und somit versucht, die Einnahmen des Seitenbetreibers in die Höhe zu treiben. Es kann aber auch sein, dass die Kontakt-Garantie durch den Einsatz von automatisch versendeten Nachrichten ganz einfach und schnell erfüllt wird. Die hohen Erwartungen der Nutzer bleiben dabei vollkommen auf der Strecke. Um sich vor solchen Enttäuschungen zu schützen, hilft ein Blick in die AGB.
Die Suchfunktion ist dein Freund
Die AGB sind im Idealfall alle wichtigen Informationen in einem Dokument. Das ist zunächst einmal gut, aber in Wirklichkeit lesen sich nur wenige Online-Kunden die AGB einer Webseite wirklich durch. Oftmals wird überhastet zum Ende gescrollt, um schnell zur Sache zu kommen – nicht selten mit dramatischen Folgen. Denn somit kann man, ohne es zu ahnen, dem Einsatz von automatisierten Nachrichten zustimmen oder sogar direkt in eine Kostenfalle tappen.
Die Suchfunktion des Browsers kann hier eine Hilfe sein. Damit lassen sich die rechtlichen Informationen einer Dating-Seite schnell, einfach und vor allem effizient durchsuchen, um unschöne Überraschungen zu verhindern. Wichtige Informationen über den Datenschutz, Kosten und Zahlungspflichten, die eigentliche Dienstleistung sowie den Einsatz von automatisierten Nachrichten lassen sich damit in kürzester Zeit finden.
Die positiven Einsatzmöglichkeiten von automatisierten Nachrichten
Es ist sehr wichtig, dass die positiven Seiten von automatisierten Nachrichten in diesem Artikel genannt werden. Denn sie kommen auf vielen sehr guten Dating-Portalen zum Einsatz. Sie werden als Eisbrecher, Flirtfragen oder Vorstellungsnachrichten beschrieben. Und sie sind ein unglaublich tolles Mittel, um das Eis zwischen zwei noch unbekannten Personen zu brechen, sodass eine Unterhaltung mit einem natürlichen Fluss entstehen kann. Das Versenden einer Nachricht an eine noch unbekannte Person kann durchaus unangenehm sein, vor allem für Neulinge im Online-Dating-Business.
Außerdem sind automatisierte Nachrichten auf modernen Webseiten keine einfachen Textfloskeln oder in die Jahre gekommene Anmachsprüche. Viele moderne Dating-Seiten bieten eine große Auswahl an verschiedenen Fragen, die man in Form eines Anmachspruchs als automatisierte Nachricht versendet. Manche Plattformen bieten die Möglichkeit, dass man mehrere Fragen auswählen kann, die dann automatisch an potenzielle Matches gesendet werden. Ebenfalls neu ist, dass einzelne Webseiten eine künstliche Intelligenz nutzen, um individualisierte Nachrichten an potenzielle Partner zu versenden. Damit ist es möglich, eine sowohl charmante als auch individuelle Nachricht an eine Person zu versenden, ohne dass man sich Gedanken über den Text machen muss.
Flirten einfach gemacht, aber…

Der Einsatz von automatisierten Nachrichten kann also sehr kundenfreundlich sein und das Kennenlernen von potenziellen Matches kinderleicht machen. Das kommt verschiedenen Personengruppen zugute, beispielsweise Senioren, die sich einerseits mit Dating-Seiten und deren Features nicht gut auskennen und andererseits vielleicht nicht das notwendige Selbstvertrauen haben, um Kontakt zu anderen Mitgliedern aufzunehmen. Auf Online-Partnervermittlungen sowie Dating-Seiten für Senioren sind automatisierte Nachrichten deshalb oft und gerne gesehen. Auch auf Casual-Dating-Plattformen kommen sie zum Einsatz, um schnell möglichst viele Matches für Dates kontaktieren zu können.
Aber wie so oft gibt es einen Haken. Nicht alle Dating-Plattformen im Internet sind vertrauenswürdig. Manche Betreiber nutzen automatisierte Nachrichten, um die Aktivität einer Webseite künstlich zu steigern. Das führt unter Umständen sogar dazu, dass diese Dating-Seite im Internet besser ersichtlich wird. Nutzt man eine Suchmaschine im Internet, um nach einer vielversprechenden Dating-Plattform zu suchen, kann es sein, dass eine Option oben in der Liste auftaucht, die ihre Bekanntheit nur durch den Einsatz von automatisierten Nachrichten errungen hat. Auf diese clevere Täuschung folgt die Enttäuschung der Personen, die sich mit großen Hoffnungen auf einer solchen Webseite anmelden.
Steigerung der Umsätze durch Flirt-Bots
Eine fragwürdige Einsatzmöglichkeit von Flirt-Bots ist die Umsatzsteigerung. Natürlich gibt es kostenlose Anbieter auf dem Markt, welche aber nicht frei von Nachteilen sind. Sie schneiden hinsichtlich der Sicherheit, des Datenschutzes sowie der Erfolgschancen etwas schlechter ab. Die Dating-Seiten, die Gebühren verlangen, bieten entweder ein Abonnement für eine Premium-Mitgliedschaft an oder basieren auf einem Credit-System. Beide Zahlungssysteme erlauben den Einsatz von automatisierten Nachrichten. Sie stimulieren neue Kunden einer Webseite dazu, teure Credits zu kaufen. Dann steigen die Einnahmen der Betreiberfirma mit jeder versendeten Nachricht. Je nach Qualität der Flirt-Bots kann es eine Weile dauern, bis diese Masche auffliegt.
Es kann aber auch sein, dass automatische Nachrichten dazu genutzt werden, um neue Nutzer in eine Abofalle zu locken. Wie eine Abofalle funktioniert und warum ein Entkommen beinahe aussichtslos erscheint, wird im Artikel „Kündigung unerwünscht“ detailliert erklärt. In diesem Fall reicht eine zutreffende automatisierte Nachricht aus, um neue User zum Abschluss einer Premium Mitgliedschaft zu animieren und sie an ein teures Abonnement zu binden. Dabei ist zu erwähnen, dass auf solchen Portalen die Chancen auf Erfolg bei der Partnersuche allgemein minimal sind.
Automatisierte Nachrichten – mehr Fluch als Segen
Der Einsatz von automatisierten Nachrichten hat bedauerlicherweise mehr Nach- als Vorteile. Sie dienen in der Regel der Täuschung von zahlenden Kunden, basieren auf einer emotionalen Manipulation und stellen einen Missbrauch der Identität der Nutzer dar. Denn wenn eine Plattform im Namen der User schreibt, ohne dass sie davon wissen oder währenddessen Bescheid bekommen, wird die digitale Identität von Personen eindeutig manipuliert. Zuneigung sowie das Interesse an einer Person werden technisch und nicht durch echte Gefühle erzeugt. Automatisierte Nachrichten sind das Mittel zum Zweck, um die Nutzer zu kostenpflichtigen Aktionen zu verleiten. Sie kaufen Credits oder erwerben ein Abonnement.
Aber selbst auf seriösen Webseiten sind automatisierte Nachrichten nicht frei von Nachteilen. Sie können echte Unterhaltungen stören, da echte Matches und vor allem Gespräche mit realen Nutzern überlagert oder verdrängt werden können. Aktivität wird künstlich erzeugt, um das Nutzerverhalten zu steuern – führt aber am Ende meist nur zu Frust und Enttäuschung.
Vorsicht beim Online-Dating
Dieser Artikel zeigt, dass es viel und darunter durchaus berechtigte Kritik an automatisierten Nachrichten gibt. Sie bringen einerseits Gefahren sowie finanzielle Risiken mit sich, machen die Kontaktaufnahme aber andererseits einfach und schnell. Um sich vor fragwürdigen Methoden wie dem Einsatz von automatisierten Nachrichten effizient zu schützen, ist es unabdinglich, die rechtlichen Angaben einer Webseite sowohl aufmerksam als auch vollständig durchzulesen. Eine ausführliche Recherche im Internet kann ebenfalls sehr aufschlussreich sein, denn Erfahrungsberichte, Bewertungen oder Warnungen anderer Nutzer liefern oft wertvolle Hinweise auf unseriöse Praktiken.